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11 – Innovation in einer Kultur des Ausprobierens und Scheiterns

Irrtümer pflastern den Weg zur echten Erkenntnis und wirklichen Neuerung – das erfuhr schon Albert Einstein auf seinem dornigen Weg zur Relativitätstheorie. Wenn der Irrtum nicht sein darf, Scheitern verboten ist, bleibt die Erkenntnis aus, findet Innovation nicht statt.

Ideen brauchen Raum zum Entstehen. Wenn Wände auf einen zukommen, ist nur noch Platz für einen Gedanken: Wie kann ich der Enge entkommen?

Innovation braucht Nährboden zur Entfaltung. Sicher, es wurden schon Romane in Gefängnissen verfasst. Aber wer glaubt ernsthaft, dass in einem Unternehmen, welches einem Gefängnis ähnelt, weil es Mitarbeiter:innen inhaftiert, gute Ideen geboren werden und die Kinder Innovationen heißen?

Das ist Unsinn! Ein Unsinn, der im Zeitalter überschießender Komplexität zu sich häufenden Konkursen führt.

Dann Unsinn Nr. 2: Etwas soll neu sein, aber nichts daran darf falsch sein.

Wer auch immer einen Fehler beigesteuert hat, wird bestraft. In der agilen Welt hat sich inzwischen herumgesprochen, wie wertvoll es ist, die größten Fehler möglichst schnell zu machen, damit die nicht mehr ganz so großen Fehler im Gefolge umso schneller korrigierbar sind.

Das Ergebnis dieses Mindsets heißt Fehlerkultur. Wir lernen am meisten aus Fehlern. Wenn wir dies akzeptieren, entsteht kontinuierliches Lernen. Wir brauchen kontinuierliches Lernen für eine kontinuierliche Verbesserung in den Zeiten rapide steigender Komplexität. Fehlerkultur ist die Voraussetzung für Innovation und ein Booster für Konkurrenzfähigkeit.